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Idstein vergibt Chance auf A 3-Ultranet-Trasse

FDP: Höchstspannungsleitungen westl. der Autobahn wären gut für Idstein

OV-Idsteiner Land 17.11.2020 -

In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde auf Antrag der CDU-Fraktion die Möglichkeit, im Zuge der anstehenden Ultranet-Umrüstung die Komplettverlegung der Idsteiner Höchstspannungstrassen an die Autobahn A 3 zu erreichen, aus der Stellungnahme der Stadt Idstein heraus genommen.
„Wir halten diesen Beschluss für falsch und schädlich für die Entwicklung Idsteins. Die Verlegung der Gesamttrassen an die A 3 würde für sehr viele Menschen in den Wohngebieten Gänsberg, Füllenschlag und südliches Wörsdorf erhebliche Entlastungen mit sich bringen und auch weitere Entwicklungen in diesen Gebieten ermöglichen“, stellt der FDP-Fraktionsvorsitzende Roland Hoffmann fest.
Die Stadt Idstein verzichte damit freiwillig auf eine Chance, die im Rahmen der für das Jahr 2022 geplanten Errichtung der Ultranet-Trasse bestanden habe. „Die Hessische Landesregierung und sogar Ministerpräsident Volker Bouffier, der Rheingau-Taunus-Kreis sowie die Idsteiner Ultranet-Bürgerinitiative haben sich in Schreiben und Stellungnahmen für die A3-nahe Leitungsvariante ausgesprochen und deshalb ist für uns der Rückzieher der Stadt Idstein umso unverständlicher,“ fährt Hoffmann fort.
Es sei auch verwunderlich, dass Bürgermeister Herfurth sich nicht für den jüngsten Magistrats-beschluss in Sachen Ultranet eingesetzt habe, denn in diesem Beschluss war die A 3-West-Variante als gleichwertige Alternative für die Trassenverlegung ebenfalls enthalten. Diese A 3-West-Variante schütze die Anlieger vor Risiken, die mit dem Pilotprojekt Höchstspannungs-leitungen auf einem Strommast verbunden seien.
Das im Stadtparlament und Bauausschuss hauptsächlich vorgebrachte Argument, die A3- Variante erfordere den Verzicht auf große Waldflächen in diesen Bereichen sei so nicht richtig, da man moderne Hochspannungsleitungen wald-überspannend bauen könne. Leider sei die vom Magistrat und auch der FWG geforderte Erdverkabelung vom Bundesgesetzgeber für die Ultranetleitung ausgeschlossen worden.
„Der Negativpunkt der Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung war für mich allerdings der Redebeitrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden, der die A3-Trassenvariante als mein persönliches Hobby titulierte,“ empfindet Hoffmann. Wer mit solchen Banalitäten auf die Sorgen der betroffenen Anwohner reagiere, dem sei die notwendige politische Ernsthaftigkeit zumindest in dieser Sache offensichtlich abhanden gekommen. Für die FDP sei der Schutz der Bürger vor unbekannten Risiken kein Hobby, sondern Pflichterfüllung.
Da die Bundesnetzagentur und auch die ausführende Firma Amprion die Stellungnahmen der vom Netzausbau betroffenen Städte und Gemeinden sehr aufmerksam registrieren, werde es nun trotz des Einsatzes von Land und Kreis schwerer werden, in Sachen Hochspannungs-Trassenverlegung noch etwas zu erreichen. Eine Chance dafür sei nach Meinung der Liberalen nun jedenfalls leichtfertig vergeben worden.

 

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